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Sehenswertes

 

Arcevia

Bis zum Beginn des 19.Jahrhunderts hieß Arcevia noch Roccacontrada und der Stadtgrundriss erinnert tatsächlich an eine zur Festung ausgebaute Burg (Rocca), die gut gesichert am Berghang klebt. Im Mittelalter herrschte die Stadt über ein weites Gebiet mit zahlreichen befestigten Dörfern (Castelli), von denen viele heute noch gut erhalten und wieder in ihrer alten Pracht zu sehen sind: Nidastore, Palazzo, Avacelli, Piticchio. Von seiner Höhe aus dominiert Arcevia die darunter liegende Landschaft aus sanft zum Meer abfallenden Hügeln. Einst hatte der Ort ein reges künstlerisches und kulturelles Leben mit Akademien für Literatur und Malerei und dort ansässigen Schriftstellern. Die Spuren dieser früheren Lebendigkeit sind heute noch sichtbar, von den Werken der Maler Luca Signorelli und Ercole Ramazzani bis zu den farbigen Keramikplastiken von Giovanni della Robbia. Beachtenswert ist auch die die Hinterlassenschaft der prähistorischen Siedlung Conelle, die im archäologischen Museum ausgestellt wird. Es handelt sich um Fundstücke aus über 5000 Jahre alten Ansiedlungen: Keramik, Urnen und aus späterer Zeit sogar Gegenstände aus Bronze.

 

Corinaldo

Der kleine Ort Corinaldo liegt 18 km von der Küstenstadt Senigallia entfernt auf der Kuppe eines Hügels. Sein Stadtgrundriss aus dem Mittelalter und der Renaissance ist noch intakt, ebenso wie der Ring der Stadtmauer, die zu den besterhaltenen der Marken gehört und als bedeutendes Beispiel der Wehrarchitektur gilt. Der Mauerring wurde im Jahr 1367 erbaut und zwischen 1480 und 1490 erweitert. Er umschließt eine Altstadt von besonderem Reiz, deren Straßenbild durch die Einheitlichkeit der Architektur und der Baumaterialien bestimmt wird. Es gibt zahlreiche bedeutende Baudenkmäler aus dem Barock und dem Klassizismus, wie die Wallfahrstkirche Santa Maria Goretti, die Kirchen Chiesa del Suffragio und Chiesa dell'Adolorata und die ehrwürdigen Herrschaftshäuser aus dem 16. bis 18.Jahrhundert. Das umfangreiche und sehenswerte künstlerische Erbe des Ortes wird in der Kunstsammlung „Claudio Ridolfi“ dokumentiert. Sehenswürdigkeiten außerhalb der Stadtmauern sind die Stiftskirche San Francesco, die St.Anna-Kirche und die Wallfahrtskirche Santuario dell'Incancellata. Die frühchristlichen Basilika Santa Maria in Portuno im Ortsteil Madonna del Piano ist sowohl Ausgrabungsort als auch Schauplatz von Ausstellungen.
In der katholischen Welt ist Corinaldo als Geburtsort der Santa Maria Goretti bekannt, die am 24. Juni 1951 heilig gesprochen wurde. Seit jeher bei Touristen beliebt, hält Corinaldo ein breites Angebot für den Gast bereit. Zum Übernachten stehen über 200 Betten in sehr unterschiedlichen Einrichtungen wie Hotels, Landgasthöfen (Agriturismo) oder Bed&Breakfast zur Verfügung. Es gibt Restaurants mit einheimischer Küche, Sporteinrichtungen, Grünanlagen und Stellplätze für Camper. Das Tourismusbüro ist ganzjährig geöffnet. Corinaldo hat für seinen qualitätvollen und nachhaltigen Tourismus mehrere Auszeichnungen erhalten: „Orangene Fahne“, „Italiens schönste Dörfer“, „Grüne Fahne der Landwirtschaft“ und 2008 „Außergewöhnliche Europäische Reiseziele“. Im Dezember 2005 wurde das Theater „Carlo Goldoni“ wieder eröffnet, das jährlich ein Musik- und Theaterprogramm auf professionellem Niveau bietet. Corinaldo ist auch überregional für seine Feste und Veranstaltungen bekannt. Der „Wettstreit um den Polenta-Brunnen“ wird in historischen Kostümen gefeiert. Außerdem gibt es das „Hexenfest“, einen internationalen Fotowettbewerb, das Musikfestival „Corinaldo Jazz“ und sowohl im Sommer wie im Winter ein Kindertheater.

 

Cupramontana

Der Name Cupramontana ist gleichbedeutend mit Verdicchio.Das in 500m Höhe auf dem rechten Ufer des Flusses Esino gelegene Städtchen dominiert das gesamte Gebiet der zuJesi gehörenden Dörfer. Man braucht sich nur einmal in alle Richtungen umzudrehen und sämtliche kleinen Orte liegen auf de Hügeln ausgestreckt vor einem. Der Ursprung Cupra's reicht bis in die Römerzeit zurück. In den Jahrhunderten des Mittelalters nahm der Ort den Namen Massaccio an, kehrte aber später zu der antiken Bezeichnung zurück und blieb bis heute dabei. Cupramontana war in seiner Geschichte immer mit dem Verdicchio-Anbau verbunden und stellte einen Bezugspunkt für alle Weinbauern der Region dar, auch schon bei der Einführung der frühen Techniken der Spumante - Herstellung um die Mitte des 19.Jahrhunderts. In dem Städtchen entstand vor einigen Jahren ein auf seinem Gebiet einzigartiges Museum: das Internationale Etiketten-Museum. In drei Abteilungen werden die ältesten Etiketten der Gegend , Skizzen und Etikettenentwürfe von Künstlern und tausende von Etiketten der verschiedensten Weine aus allen Ländern der Welt gezeigt. In dem Museum werden Ausstellungen gezeigt, die beispielsweis den wichtigsten Wein produzierenden Ländern (Frankreich, Spanien, Argentinien etc.) oder den einzelnen Regionen Italiens gewidmet sind. Obendrein gibt es Veranstaltungen, mit denen die Agrarlandschaft früherer Zeiten, die Bewirtschaftungsmethoden der Vergangenheit oder die Bedeutung des Weins für die Kultur der hiesigen Bevölkerung bekannt gemacht werden sollen. Im Jahr 1928 wurde erstmals ein Weinfest abgehalten, bei dessen jährlicher Wiederholung die Erfolge der damaligen Landwirtschaftspolitik gefeiert werden sollten. Dies war die Geburtsstunde der Sagra dell'uva , die noch heute als großes Ereignis unter aktiver Beteiligung der gesamten Stadtgemeinschaft zelebriert wird. Das sind Tage voller überschäumender Euphorie mit Vorführungen traditioneller Folklore, Darstellungen alter Kostüme, Konzerten und Tanz, mit in bäuerlichem Stil geschmückten gastronomischen Ständen, Gerichten aus der althergebrachten lokalen Küche, einem Wettkampf, bei dem wie früher die Trauben mit nackten Füßen gekeltert werden, und einem Festzug von gechmückten Wagen aus den verschiedenen Stadtvierteln.

 

Fabriano


Fabriano, am Fuße des Apennins und im Herzen der Marken gelegen, ist heute eine betriebsame Kleinstadt mit großem Unternehmergeist. Über viele Jahrhunderte war die Stadt jedoch bekannt für ihre alte Tradition der Papierherstellung, für ihre berühmte Salami und für ihre historische Altstadt, die einen naturgegebenen Schnittpunkt zwischen den Tälern der Umgebung und dem nahen Umbrien bildete. Die Anfänge Fabrianos reichen zurück bis ins frühe Mittelalter und lassen sich heute noch am engen Raster der kleinen Gassen des Zentrums ablesen, an seinen hervorragend erhaltenen Gebäuden, sowie an den Wehrdörfern der Umgebung. Schon im 13. Jahrhundert konnte sich Fabriano in Italien und Europa seiner führenden Rolle bei der Herstellung des Filigranpapiers in rühmen, das hier immer noch produziert wird. Besucher des „Museums für Papier und Wasserzeichen“ sind auch heutzutage fasziniert von der in Handarbeit ausgeführten Fertigung, von den Erfindungen, die im Laufe der Jahrhunderte die Kunst der Papierherstellung befördert haben und von der heute noch lebendigen Produktion. Fabriano war auch ein Kreuzungspunkt außergewöhnlicher Strömungen in der Kunst, ein Treffpunkt mit der toskanischen und der umbrischen Schule. Der wichtigste Maler in der Kunstgeschichte Fabrianos war zweifellos Gentile da Fabriano, der allgemein als der führende Vertreter der internationalen Gotik geschätzt wird. Er wirkte in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts und zeichnet sich durch üppige Faltenwürfe, prunkvolle Gewänder und golden schimmernde Lichtpunkte aus. Gentile da Fabriano arbeitete für die bedeutendsten Fürstenhäuser Italiens und sein berühmtestes Werk ist die „Anbetung der heiligen drei Könige“, heute in den Uffizien in Florenz zu sehen.Sehr bekannt ist auch die gastronomische Seite der Stadt: die berühmte Fabriano-Salami – als „storico“ bezeichnet, wenn sie streng nach althergebrachtem Rezept hergestellt wird – und die Ciauscolo (eine Streichmettwurst), die auch in den Bergdörfern des nahen Appenins üblich ist. Natürlich gehört auch der Verdicchio dazu, dieser herausragende Weißwein der Marken, denn die Gegend von Fabriano bildet das Verbindungsstück zwischen den beiden Anbaugebieten Castelli di Jesi und Matelica. Einen Höhepunkt der landschaftlichen Attraktionen der Gegend stellen die wenige Kilometer von Fabriano entfernten Grotten von Frasassi dar. Hunderttausende Besucher kommen jedes Jahr hierher, um die tief im Innern der Berge von der Natur geschaffene Schönheit zu bestaunen.

 

Genga


Genga ist in heutiger Zeit eine kleine, von Mauern eingefasste Ortschaft mit einer Burg an beherrschender Stelle in ihrer Mitte. In ihrem Einzugsbereich liegen die Grotten von Frasassi, ein Komplex von wunderbaren karstigen Höhlen, der zu den bedeutendsten in Europa gehört und jedes Jahr hunderttausende Besucher anzieht. Gengas Geschichte reicht 25 Jahrhunderte zurück bis in die Zeit, als das von Umbrern und Picenern bewohnte Gebiet von den Galli Senoni (Keltenstamm) besetzt wurde. Hundert Jahre später hielt das Römische Reich Einzug und gründete in der Umgebung mehrere Stützpunkte: Sentinum, Aesis, Sena Gallica, Suasa, Forum Sempronii. Im Mittelalter wurde Genga zur Festung ausgebaut. Auf einem vorspringenden Felsen errichtete man die Stadtmauern, eine Burg, Kirchen und Abteien. Das wichtigste Zeugnis ist dafür noch heute die Abteikirche San Vittore alle Chiuse im Tal des Flusses Sentino. Im Umland von Genga, das vom gebirgigen Teil der Region eingefasst ist, gibt es zahlreiche Quellen, die heute noch für die Wasserversorgung der nahen Orte genutzt werden, ebenso wie schewefelhaltige Quellen von hohem therapeutischen Wert. Unberührte Täler wie das Valle Scapuccia und Wanderwege von großem landschaftlichem Reiz haben zur Einrichtung eines regionalen Naturparks beigetragen. Genga's mittelalterlicher Altstadt liegen klare Prinzipien der Festungsarchitektur zu Grunde, mit nur einer Hauptstrasse und einer Vielzahl schmaler, stiller, in sich gekehrter Seitengassen mit Wohnhäusern im Schutz des Mauergürtels. Besucher sind häufig erstaunt über die große Ruhe, die gemütliche Stimmung und eine Atmosphäre, in der die Zeit still zu stehen scheint. In der Gegend von Genga findet man beste Übernachtungsmöglichkeiten, gute Restaurants und Plätze zum Erholen. Man kann von hier aus leicht eine Reihe von Städten erreichen: Fabriano mit dem Papiermuseum, Matelica – bekannt für seinen Verdicchio -, etwas südlicher Camerino, im Norden Pergola mit dem Museum der Vergoldeten Bronzestatuen und in Richtung Umbrien di Stadt Gubbio.

 

Die "Grotte di Frasassi" und der Verdicchio


Im Zentrum der Marken zwischen Jesi und Matelica, ganz in der Nähe des Dorfes Genga, befindet sich eines der faszinierendsten unterirdischen Höhlensysteme Europas, die Tropfsteinhöhlen von Frasassi. Nur wenige Kilometer entfernt liegen die Weinberge, mit denen die sanften Hügel der Marken bedeckt sind und aus denen der weltbekannte Weißwein Verdicchio gewonnen wird. Diese beiden Highlights miteinander zu verbinden, dadurch auch ihre Bedeutung für den Tourismus anzuheben und Interesse für die Wunder der Natur und ihre Produkte zu wecken, war das Motiv des Vizepräsidenten der Region Marken, Giancarlo Sagramola, als er vor wenigen Jahren das Projekt “Fresco di Grotta” ins Leben rief. Im Innern der Höhlen werden in Dunkelheit, Stille und bei stets gleichbleibender Temperatur Verdicchio-Weine verschiedener Winzern gelagert und ihre Entwicklung im Laufe der Jahre untersucht. Anfang des Sommers wurden im Rahmen einer Feier einige der im vergangenen Jahr in den Höhlen deponierten Flaschen ans Tageslicht geholt, andere werden noch mindestens weitere fünf Jahre dort ruhen, um ihre kontinuierliche Weiterentwicklung verfolgen zu können. Eine Kommission aus professionellen Verkostern, Önologen und Journalisten stand bereit, um die Entwicklung und die Reifung dieser Weine bei einer vergleichenden Verkostung mit in den Weingütern gelagerten Flaschen zu untersuchen. Das Resultat dieses ersten Jahres war überraschend, denn zum Einen stellte man eine Verlangsamung des Entwicklungsprozesses durch die besonderen Umweltbedingungen fest, zum Anderen wurde eine schnelle Farbveränderung ins Goldene deutlich. In den kommenden Jahren wird “Fresco di Grotta” fortgesetzt, andere in der Höhle verbliebene Flaschen werden degustiert und neue eingelagert und der Kreis der an dieser interessanten Initiative teilnehmenden Weingüter erweitert sich. So gewinnt dieses Experiment an Umfang und Vielschichtigkeit und die Önologen werden anhand vieler neuer Analysewerte den Verdicchio in seiner ganzen Komplexität und Fülle besser verstehen lernen. Bei der diesjährigen Verkostung handelte es sich um Weine einer ganzen Reihe von Weingütern, unter anderen waren dabei: Casalfarneto, Fazi Battaglia, Santa Barbara, Terre Cortesi Moncaro, Umani Ronchi, Vallerosa Bonci, Vignamato.

 

Mondavio

Die Burg von Mondavio ist ein beeindruckendes Bauwerk: wer sie besichtigt umrundet sie voller Erstaunen, fühlt sich sofort 5 Jahrhunderte zurück versetzt und erlebt eine unwirkliche Stimmung. Die Burg wurde in den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts nach Plänen des großen Architekten Francesco di Giorgio Martini gebaut und ist über die Jahrhunderte im Wesentlichen intakt geblieben. Noch Immer wirkt sie wie eine Festung und gleichzeitig wie eine Waffe, bereit zur Verteidigung aber ebenso zum Angriff. Aus der Luft gesehen scheint dem Gebäude ein komplexer Entwurf zu Grunde zu liegen, mit spitz zulaufenden Ecken und angeschrägten Festungsmauern, die neuem Kriegsgerät und neuen Angriffswaffen standhalten sollten. Das Innere der Burg, die übrigens komplett besichtigt werden kann, ist in seiner Aufteilung noch original erhalten. Aber Mondavio hat außer der Burg auch noch eine perfekte und gepflegte Altstadt zu bieten. Der Besucher erlebt wahrlich eine Postkartenatmosphäre, die der Ort seiner Panoramalage auf einem Hügel verdankt, mit Ausblicken auf die umgebende Kulturlandschaft. Es herrscht eine Atmosphäre von ruhiger Betriebsamkeit, die einer anderen Zeit zu entstammen scheint.

 

Pergola

Pergola ist eine kleine Stadt im Landesinnern der Marken in der Provinz Pesaro. Sie liegt an einer der alten Römerstraßen, die parallel zur antiken Via Flaminia verlaufen. In den letzten Jahrzehnten erlangte das Städtchen Berühmtheit durch die Gruppe der „Vergoldeten Bronzen von Cartoceto“. In der ländlichen Umgebung Pergolas fanden zwei Bauern 1946 bei der Feldarbeit zahlreiche bronzene Überreste, die sofort geborgen wurden. Die Restaurierungsarbeiten dauerten sehr lange, fast 40 Jahre, aber heute kann man im Museum von Pergola vier Figuren bewundern, die aus den 318 wieder gefundenen Stücken rekonstruiert wurden. Sie zeigen zwei Männer zu Pferde und zwei auf dem Boden stehende Frauen. Es ist viel darüber diskutiert worden, aus welcher Zeit diese Figuren stammen und wen sie darstellen : manche datieren sie auf die Jahre 50-40 vor Christus, andere eher auf 20-30 nach Christus. Bis heute gibt es keine genauen Erkenntnisse, aber über den ungefähren Zeitraum ist man sich einig. Man kann auch nur spekulieren, um welche Personen es sich handelt, ob vielleicht um Mitglieder der kaiserlichen Familie oder eher um eine damals in den nahen Römerstädten Suasa, Forum Sempronii, Sentinum lebende Adelsfamilie aus den Marken. Aber über die Zuordnung von Zeit und Personen hinaus ist von Bedeutung, dass die Figuren von Pergola bis heute die einzige Reitergruppe aus römischer Zeit darstellen, die in Bronze gegossen und dann vergoldet wurde. Aus der Besonderheit, dass sie in kleinen Fragmenten und abseits von bewohnten Orten unter der Erde gefunden wurde, könnte man schließen, dass die dargestellte Familie in Ungnade gefallen war. Im alten Rom verhängte man eine damnatio memoriae, damit solche Menschen in Vergessenheit gerieten. Mit dem Hammer in Stücke geschlagen, wurden die einzelnen Stücke weit entfernt auf offenem Felde begraben, wo die Erde sie zum Glück 2000 Jahre hindurch konserviert hat, und so können wir ihre Rekonstruktion heute wieder im Museum von Pergola bewundern. Viele Wissenschaftler beschäftigen sich voller Begeisterung mit dieser denkwürdigen Reitergruppe, sowohl unter dem Gesichtspunkt der historischen Zuordnung als auch unter dem Aspekt der Gusstechnik und der Vergoldung. Die Metalllegierung für den Guss besteht aus Kupfer mit geringen Anteilen von Blei, während die Vergoldung in einem weiteren Arbeitsgang als Blattgold heiß auf die Statuen aufgetragen wurde. Man weiß auch mit Bestimmtheit, dass es in der nahe gelegenen Stadt Sentinum (heute Sassoferrato) zu Römerzeiten eine Gießerei gab. Von hier stammen auch die Überreste eines vergoldeten Bronzepferdes, das heute in der Walters Art Gallery in Baltimore (USA) ausgestellt wird.

 

Serra de' Conti

Serra de'Conti am Oberlauf des Flusses Misa gehört zu den als Wehrdörfer angelegten alten Orten im Verdicchio-Anbaugebiet. Noch in den 50ger Jahren war es ein unbedeutendes Bauerndorf, danach entwickelte es sich stark durch die Ansiedlung kleiner und mittlerer Betriebe, die auch heute noch seine Wirtschaftskraft ausmachen. Aber für uns, deren Themen Wein und Gastronomie, Tourismus und Kultur sind, steht eine ganz andere Besonderheit dieses Städtchens im Vordergrund: seine Wertschätzung der traditionellen Ernährung. Als vor einigen Jahren SlowFood - Italien das Konzept der “Presidi” einführte, um ortstypische Lebensmittel vor dem Aussterben zu bewahren, schlug Serra de'Conti gleich zwei Produkte vor: die Cicerchia (Platterbse) und den Lonzino di Fico (getrocknete Feigen und Nüsse in der Form einer kurzen Salami). Zurzeit gibt es in Italien etwa 180 ausgewählte “geschützte” Produkte, 5 von ihnen stammen aus den Marken, darunter sind 2 aus Serra de'Conti. Seitdem wurde die Erzeugung anderer schützenswerter Produkte mit viel Ausdauer weiter vorangetrieben. Dazu gehören zum Beispiel der Vino di Visciola, ein bereits im Mittelalter bekannter Süßwein, der mit gezuckerten, in der Sommersonne vergorenen Sauerkirschen aromatisiert wird, und die Sapa , eine würzige Sauce, die - wie schon im alten Rom- durch das Kochen des frischen Mostes auf offenem Feuer entsteht. Als neuestes Produkt ist die Solfino-Bohne dazugekommen, eine kleine, gelbe, pralle Bohne mit mildem Geschmack und zarter Schale, die seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr auf den hiesigen Tischen zu finden war. Die Freude an der Wiederentdeckung dieser Produkte hat viel mit der starken Bindung an Tradition und Geschichte zu tun. Wir haben das Glück, auf dem freien Land zu leben, inmitten von bewirtschafteten Feldern. Wer auf dem Land lebt, hat ein anderes Verhältnis zur Natur als ein Stadtbewohner. Jeden Tag Olivenbäume, Obstbäume, Weinpflanzen und Weizenfelder zu erleben, verleiht dem täglichen Leben eine besondere Dimension. Auf unseren Hügeln zu leben bedeutet auch, eine tiefe Verbundenheit mit den Produkten zu bewahren, die Tag für Tag unsere Mahlzeiten bestimmen. Morgens im Gemüsegarten das zu ernten, was die Jahreszeit bietet, ist etwas anderes als an der Theke des Supermarkts einzukaufen. Und genau daher kommt es, dass wir die unsere Nahrungsmittel zu würdigen wissen. Wir erinnern uns an die Geschichte, an gesunde Essgewohnheiten und an den Wert der alten Lebensmittel. Wir probieren gern traditionelle Gerichte und die unendliche Vielfalt des Geschmacks bleibt uns dadurch erhalten. Und wann findet das nächste Fest statt ? Am letzten Wochenende im November: das Cicerchia-Fest in Serra de'Conti !

 

Serra San Quirico

Wenn ein Besucher Serra San Quirico erreicht, sieht er sich einem kleinen Dorf im Schutz der Berge gegenüber, das genau am Ende des Esino-Tals liegt, dort wo es in die Bergkette des Apennins übergeht. Zur Grotte von Frasassi sind es nur wenige Kilometer. Der Stadtgrundriss stammt noch aus dem Mittelalter, wenn er auch erst im Laufe der Jahrhunderte durch Palazzi, Brunnen, Innenhöfe und Balkone ausgefüllt wurde, die überwiegend noch hervorragend erhalten sind. Am Ortseingang kann man die „copertelle“ betreten, einen überdachten Gang auf der Stadtmauer, der im Mittelalter zur Verteidigung des Ortes bei einem feindlichen Angriff angelegt wurde. Im Zentrum liegt das Herz des Ortes, die kleine Piazza mit dem um 1200 erbauten Stadtturm, dem Brunnen aus dem 16.Jahrhundert, der zum Tal hin offenen Loggia, dem Rathaus aus der Zeit um 1400 und der Freitreppe, die zur Kirche Santa Lucia hinauf führt, einem Juwel der Barockzeit, reich an Gold- und Stuckdekorationen und mit wertvollen Bildern und einer Orgel von 1675 ausgestattet.

 

Die Schönheit des Conero

Wenn man die italienische Adriaküste entlang fährt, entdeckt man etwa auf halber Strecke eine wahre Perle, einen wirklich unvergesslichen Ort,: den Monte Conero. 570m hoch, zum Meer hin steil abfallend, mit einer dichten und artenreichen Küstenflora bedeckt, bietet er dem Betrachter eine großartige Landschaft. Der felsige Boden ist bewachsen mit typischen Pflanzen der mediterranen Macchia, die im Naturpark sorgsam gepflegt werden, vom Erdbeerbaum bis zum Ginster, von der Steineiche bis zur Strandkiefer. Der Steilhang hat auf der Wasserseite kleine Strände und abgeschiedene Buchten gebildet, die von den Touristen sehr geschätzt werden, während sich auf der dem Landesinneren zugewandten Seite Weinberge mit Montepulciano-Trauben erstrecken, aus denen der Rosso Conero entsteht. In vergangenen Zeiten war der Monte Conero auch ein wichtiger Armeestützpunkt, erkennbar ist dies an einem noch erhaltenen Wachturm zum Erspähen von Räubern und Piraten und einem Fort aus der napoleonischen Ära Anfang des 19. Jahrhunderts, das heute dem Tourismus dient. Auch das Meer ist freigiebig mit seinen Schätzen, von denen vor allem die “Moscioli von Portonovo” berühmt sind. Es sind die für diesen Teil der Adria typischen Miesmuscheln, deren Fang strengen Regeln unterliegt und die deshalb auch nur von Mai bis Oktober gefischt werden dürfen. Die Fischer fahren früh am Morgen hinaus und kehren nach fünf bis sechs Stunden auf ihren kleinen Booten mit den frischen Muscheln zurück. Das Wasser ist sauber und die “Moscioli” können noch am gleichen Tag genossen werden.

 

Fonte Avellana

Das Kloster Fonte Avellana liegt am Fuße des Monte Catria im Herzen des marchigianischen Apennins inmitten grüner Wälder in einer wunderschönen Umgebung. Es wurde etwa um das Jahr 1000 gegründet und war Jahrhunderte lang ein wichtiges kulturelles Zentrum. Berühmte Äbte wie Pier Damiano und Guido d'Arezzo wirkten hier und illustre Persönlichkeiten wie der Dichter Dante Alighieri hielten sich hier auf. Der Klosterbau wurde im Laufe der Jahrhunderte verschönert und erweitert, in denen Fonte Avellana eine wirtschaftliche Vormachtstellung in der gesamten Gegend innehatte. Das Kloster ist heute noch aktiv, es wird von Mönchen geleitet und von vielen Besuchern besichtigt. Seine Architektur hat ihre imponierende Schönheit bewahrt, die auf maßvollen Symmetrien und stimmigen Raumproportionen beruht. Die Kirche im romanischen Stil hat einen erhöhten Altar mit einer darunter liegender Krypta. Einen Besuch lohnt auch das Scriptorium, wo vor der Erfindung des Buchdrucks während des ganzen Mittelalters Mönche als Schreiber und Kopisten an Gesetzestexten und anderen Bänden arbeiteten und auf diese Weise auch viele Werke der griechisch-römischen Klassik für die Nachwelt bewahrten. Bei der Besichtigung fällt besonders der natürliche Lichteinfall auf, ermöglicht durch Fenster, die nach der Bahn der Sonne angeordnet sind. Der Nachbarraum, Parlatorium genannt, diente ursprünglich dem Trocknen der Pergamente und dem Binden der kostbaren Bücher. Später wurde er Refektorium und Begegnungsstätte. Hier steht noch ein großer Tisch aus der Zeit um 1500, aus Nuss- und Kastanienholz gefertigt und mit feinen Intarsien versehen. Der Klosterhof, ein Ort der absoluten Ruhe, weist neben Bögen aus der Romanik und Gotik auch arabische Stilelemente auf, ein Zeichen dafür, dass er in unterschiedlichen Epochen erbaut oder erneuert wurde. Bei der Besichtigung sollte der botanische Garten nicht vergessen werden, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Dieser Wald ist gänzlich unberührt, jede Pflanze lebt ihr langes Leben, von allen respektiert. Man kann dort Kastanien, Buchen, Ahorne, Eschen, Linden und Hainbuchen bewundern. Früher erforschten die Mönche Pflanzenwurzeln und spezielle Kräuterarten auf der Suche nach Heilmitteln für die eigene Apotheke, die sich überwiegend aus Elementen zusammensetzte, die der Wald ihnen anbot. Ein Spaziergang durch diesen botanischen Garten bringt den Besucher zunächst dazu, das Leben der Bäume intensiv nachzuempfinden, später lässt er ihn beinahe eins werden mit der üppigen Vegetation. Natur, Kunst und Kultur haben das Kloster Fonte Avellana zu einem der berühmtesten Italiens gemacht.

 

Lorenzo Lotto

Geboren 1480 in Venedig kam Lorenzo Lotto, ein so ruheloser wie zukunftsweisender Künstler, sehr jung in die Marken. Er verbrachte dort den größten Teil seines Lebens mit Ausnahme kurzer Aufenthalte in Rom und Bergamo. In den 50 Jahren seines Schaffens hinterließ er zahlreiche Gemälde in verschiedenen Städten der Marken. Die Bedeutendsten befinden sich in den Pinakotheken von Jesi und Recanati. Weitere Werke von Lorenzo Lotto sind in Ancona, Cingoli, Loreto ( Museo S.Casa ), Mogliano und San Giusto zu bewundern. Ein Maler von großer Finesse, spricht Lotto in seinen Bildern existenzielle Fragen und Ängste an ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Das Spirituelle ist bei ihm immer mit dem Leben des Menschen auf der Erde verbunden.

 

San Vittore alle chiuse

Im 11.Jahrhundert erbaut, hat diese Abtei schon 1000 Jahre erlebt.Früher Teil eines Benediktinerklosters, weist sie perfekte romanische Baukunst mit byzantinischem Einfluss auf. Seitlich des Eingangs erheben sich zwei Türme.Der quadratische Turm, vielleicht ein ehemaliger Wehrturm, herrschte über die Abteikirche und das angrenzende Kloster. Im Grundriss ein griechisches Kreuz, ist der Innenraum hell und licht, nicht zuletzt wegen des Natursteins, der für den Bau verwendet wurde. Er ist aus weißem Kalkstein. Nahe der Grotte von Frasassi gelegen, in einer für Naturwissenschaftler und Höhlenforscher bedeutsamen Gegend, gehört die Abtei zu den besten Bauwerken der Romanik in den Marken.

 

Historische Theater in den Marken

Im Jahre 1868 zählte man in den Marken 113 Theater. Sie wurden überwiegend im 18. und in der ersten Hälfte des 19.Jh. gebaut. Nach aufwendigen Restaurierungen sind sie heute wahre Architekturjuwele, die von der reichen Kultur und der Unabhängigkeit der Städte in den Marken zeugen. Pesar, Fano, Urbino, Jesi, Ancona, Macerata, Matelica, Fermo, Ascoli Piceno haben ihr eigenes Theater, genauso wie viele andere Kleinstädte. In ihrer Vielzahl machen sie einen Reichtum in der Schauspieltradition deutlich und eine Vitalität, die den Marken Komponisten bescherte wie Pergolesi (geb. in Jesi), Spontini (geb. in Maiolati) und Rossini (geb.in Pesaro). Manche dieser Theater bieten heute noch sehr interessante Spielpläne, mit denen sie sogar Berühmtheiten aus der Theaterszene anziehen.

 

Das Museum der Klosterkunst

Dieses Museum ist das einzige seiner Art, das die Stille und Abgeschiedenheit des Klosterlebens durch die Ausstellung kultureller Gegenstände und Utensilien des täglichen Lebens nachvollziehbar macht. Es befindet sich in Serra de’Conti (Prov. Ancona) und bietet dem Besucher eine Audioguide-Führung, die ihn in die Atmosphäre vergangener Zeiten bis zurück zum Anfang des 17.Jahrhundert versetzt. Das Kunsthandwerk des Stickens, Flechtens oder Webens, die Lebensumstände in der Stille des Klosters Santa Maria Maddalena, die Ausstattung der auf Kräutern basierenden Apotheke und eine große Zahl an Küchengeräten lassen eine faszinierende Stimmung entstehen, in der man die täglichen Arbeiten und das langsame Vergehen der Zeit nachempfinden kann. Terracottaschalen, Keramikteller, Kupferpfannen, Schneidrädchen für die Pasta, Backformen aus Holz, Suppenschüsseln – sie alle laden uns ein, die Rezepte früherer Jahrhunderte auszuprobieren und die verführerischen Düfte dieser schlichten, aus Mehl, Eiern, Olivenöl, Käse, Wein und Kräutern bestehenden Küche zu schnuppern. Das Museum mit seinen Reiben und Mühlen, Keramiken, Sieben und Krügen lässt einen in die Vergangenheit eintauchen, in die Ruhe eines abgeschlossenen Lebensraumes, der nur zum Land hin geöffnet ist, das heute wie damals wertvolle Früchte anzubieten hat. Hier werden die Wurzeln unserer Kultur dargestellt und liebevoll am Leben erhalten.

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Serra de' Conti (An) - Italia